Skifest nach Mass im Gletscherdorf

103. DV von Swiss Ski in Grindelwald ein Erfolg auf der ganzen Linie

(Echo von Grindelwald, 2. Juli 2007)

Fritz Balmer


Organisatorisch und inhaltlich sowie vom Rahmenprogramm und dem Wetter her darf der Skiclub Grindelwald seine erstmals im Gletscherdorf durchgeführte Delegiertenversammlung von Swiss Ski als vollen Erfolg in Erinnerung behalten. Die Schweizer Schneesportprominenz würdigte den Aufwand der Gastgeber mit einem Grossaufmarsch.

DV2007_Bezzola.jpg   Swiss-Ski-Präsident Duri Bezzola konnte auf eine erfreuliche Saison zurückblicken, gab aber gleichzeitig seine Rücktrittsabsicht auf kommendes Jahr bekannt.

Foto: Fritz Balmer

Zwar zählt der Skiclub Grindelwald mit über 600 Mitgliedern zu den grössten Skiclubs der Schweiz, bis zur erstmaligen Durchführung einer Delegiertenversammlung des Landesverbandes im Skisport – heute Swiss Ski genannt – im Gletscherdorf vergingen aber doch über 100 Jahre seit der Gründung im Jahre 1902. Was den rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der umfangreichen und sehr vielfältigen nationalen Schneesportfamilie am vergangenen Samstag geboten wurde, dürfte dafür umso mehr allen Beteiligten in bester Erinnerung bleiben. Unter der Leitung von OK-Präsident Mäni Schläppi wurde der aus allen Landesteilen anreisenden Schneesportprominenz und den Delegierten ein toller Empfang bereitet. «Dank Wetterglück ist es uns gelungen», so zog Schläppi hoch erfreut Bilanz, «unseren Ort und die umliegende Bergwelt sozusagen in sportlicher Hochform zu präsentieren.» Der offiziellen DV am Nachmittag mit Grussbotschaften unter anderem von Regierungsrat Werner Luginbühl und Matthias Remund, Direktor des Bundesamtes für Sport, folgte eine überaus rege benutzte Autogrammstunde der zahlreich anwesenden Cracks aus der Schweizer Schneesportszene. Dazu Fredy Fuchs vom Lauberhornrennen Wengen, und Erfolgstrainer Karl Frehsner, die dem bunten Treiben im Hintergrund zusahen: «Uns fragt niemand mehr nach einer Unterschrift! Aber das ist auch gut so – jetzt sind sie dran», stellten sie unter Hinweis auf die Unterschriften verteilende aktuelle Elite fest. Der Unterhaltunsgabend in der festllich hergerichteten Curlinghalle des Sportzentrums nahm seinen Auftakt mit einem von der Gemeinde und Grindelwald Tourismus offerierten Apéro in der Abendsonne im Sportzentrumpark, musiklisch umrahmt von der örtlichen Blasmusik. Zwischen den Gängen des Galadiners sorgten alsdann Oesch's die Dritten für volkstümliche Stimmung, Moderator Nicola Bomio präsentierte die WM-Medaillengewinner in den Sparten Ski alpin, Snowboard, Skisprung und Telemark und Daniel Kandlbauer wusste mit den mit Begleitung vorgetragenen akustischen Rosinen aus seinem Repertoire in seinem «Heimspiel» zu gefallen.

DV2007_Sportasse.jpg   Am dicht belagerten Autogrammtisch hatten unter anderem Martina Schild, Fränzi Kohli, Didier Cuche, Nadia Styger und Daniel Albrecht (vrnl) alle Hände voll zu tun.

Foto: Fritz Balmer

Auf erfolgreichem aber dünnem Eis

In seinen Ausführungen zum Jahresbericht konnte Präsident Duri Bezzola, der für 2008 seinen Rücktritt ankündigte, stolz auf den Gewinn von insgesamt 20 WM-Medaillen in den Disziplinen Ski alpin, Snowboard, Skisprung und Telemark hinweisen. «Diese Erfolge sind keine Eintagsfliegen, wie die Ergebnisse über die ganze Saison hinweg zeigen», hielt der Bündner fest. Allerdings sei das Eis, auf dem man sich bewege, nach wie vor dünn und es gelte nun, diese Resultate zu bestätigen. Zuversicht schöpft Bezzola aus den 23 WM-Medaillen, die im Nachwuchs gewonnen wurden: «Diese Leistungen zeigen, dass unsere jungen Athletinnen und Athleten hart und mit einer professionellen Einstellung arbeiten.» Als wichtiger Schritt in die Zukunft wird im Bereich Ski alpin die Zusammenführung der Nationalen Leistungszentren mit den bisherigen Interregionsmannschaften gewertet.

DV2007_Ehrung.jpg   Moderator Nicola Bomio im Gespräch mit Fränzi Kohli bei der WM-Medaillengewinner-Ehrung mit Berthod, Albrecht, Ammann, Cuche und Co. (vlnr).

Foto: Fritz Balmer

Finanzielle Ziele erreicht

In finanzieller Hinsicht konnte Swiss Ski nach dem Verlust von einer halben Million Franken im Vorjahr die vergangene Saison bei einem Aufwand von 27,036 Millionen Franken mit einem Gewinn von 19'856 Franken abschliessen. Dank den sportlich erfreulichen Leistungen – und den damit verbundenen Sponsorenprämien – konnten die Einnahmen gesteigert werden. «Der positive Rechnungsabschluss ist sehr erfreulich. Allerdings verfügen wir nach wie vor über keine Reserven», hielt Hansruedi Laich, Direktor, dazu fest.

Wettkämpfer-Verdienstnadel

Den Höhepunkt der Ehrungen bildete die Vergabe der Goldenen Wettkämpfer-Verdienstnadel an 16 Athletinnen und Athleten. Ausgezeichnet wurden unter anderem Daniel Albrecht (WM-Gold Kombination, WM-Silber Riesenslalom, WM-Bronze Team), Nadia Styger, Fabienne Suter, Rabea Grand und Sandra Gini (WM-Bronze Team), Sandra Frei (WM-Silber Snowboard Cross) und Fränzi Kohli (WM-Bronze Snowboard alpin), Amélie Reymond (Doppel-Weltmeisterin im Telemark) sowie die zurückgetretenen Jürg Grünenfelder (Alpin), Andreas Hurschler (Kombination) und Gian Simmen (Snowboard).